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PRAXISWISSEN

Lohnt sich eine Solaranlage? Die Zahlen für den Küchentisch

Im Haushalt ist meist eine Person überzeugt – und eine, die fragt: «Lohnt sich das wirklich?» Dieser Beitrag ist für die zweite Person. Mit den Zahlen, die zählen, und den Einwänden, die berechtigt sind.

Fast nie sitzt uns beim Beratungsgespräch nur eine Person gegenüber. Meist ist da jemand, der das Projekt vorantreibt – und jemand, der die richtigen kritischen Fragen stellt. Das ist gut so: Eine Solaranlage baut man nur einmal im Leben. Hier sind die Antworten, die wir am Küchentisch geben.

Lohnt sich eine Solaranlage überhaupt? Die kurze Antwort

Ja, in den allermeisten Fällen. Eine Anlage in der Region Biel amortisiert sich typischerweise in 8 bis 12 Jahren – bei einer Lebensdauer von 25 bis 40 Jahren. Das heisst: Nach der Amortisation produziert dein Dach noch über ein Jahrzehnt, oft zwei, praktisch kostenlosen Strom. Und selbst wenn das grosse Dach (noch) nicht drinliegt: Irgendetwas, das sich amortisiert, finden wir fast immer – und sei es nur ein Balkonmodul.

Die Rechnung, die wirklich zählt: Eigenverbrauch

Selbst produzierter Strom, den du selber verbrauchst, ersetzt Netzstrom für rund 30 Rappen pro Kilowattstunde. Strom, den du einspeist, bringt aktuell nur etwa 6 Rappen. Die Rechnung deiner Anlage hängt also weniger von ihrer Grösse ab als davon, wie viel du selber nutzt: Ohne Massnahmen sind das rund 30 Prozent – mit verschobenem Verbrauch (Boiler, Waschmaschine, E-Auto am Mittag) oder einem Speicher deutlich mehr. Genau darauf legen wir die Anlage aus.

Was der Staat beisteuert

Der Bund zahlt die Einmalvergütung – einen direkten Beitrag an die Investition, den wir für dich bei Pronovo anmelden und in der Offerte konkret ausweisen. Dazu kommt der Steuerabzug: Die Investition kannst du in der Regel vom steuerbaren Einkommen abziehen. Hier machen wir bewusst nur eine grobe Schätzung – wie viel es bei dir ausmacht, hängt von deiner Steuersituation ab und gehört in die Hände deiner Steuerberatung.

Die häufigsten Einwände – ernst genommen

«Die Technik wird doch immer besser und billiger.»

Bei den Modulen stimmt das – aber die grossen Preissprünge liegen hinter uns. Bei den Installations-Nebenkosten läuft es eher in die andere Richtung: Die Vorschriften nehmen zu und die Rahmenbedingungen werden nicht besser. Warten macht die Anlage also kaum günstiger – aber jedes Jahr Warten ist sicher ein Jahr ohne eigene Produktion. Und wer eine gute Anlage baut, verpasst nichts: Speicher und Ladestation lassen sich jederzeit nachrüsten.

«Unser Dach ist nicht mehr das jüngste.»

Dann klären wir das vor der Planung – gebrochene Ziegel ersetzen wir bei der Montage gleich mit, und bei richtig schlechten Dächern setzen wir Ziegel-Ersatzwannen ein, damit die Dachhaut unter der Anlage dauerhaft dicht bleibt. Bei einem älteren Flachdach rechnen wir die absehbare Sanierung direkt in die Wirtschaftlichkeit ein: Muss die Anlage dafür später einmal runter und wieder rauf, kostet die Demontage als Faustregel rund 10 Prozent und die Wiedermontage rund 50 Prozent der ursprünglichen Montagekosten – alles ist schon vor Ort und parat, die Logistik entfällt. Kein Grund also, auf Jahre eigener Produktion zu verzichten.

«Ich will keine Strahlung überm Schlafzimmer.»

Verständlich – gerade wenn das Schlafzimmer direkt unter dem Dach liegt. Die Physik dazu: Bei einer klassischen Anlage mit String-Wechselrichter fliesst auf dem Dach Gleichstrom (DC). Der erzeugt keine magnetischen Wechselfelder, sondern nur ein statisches Feld – vergleichbar mit einem Dauermagneten. Wechselfelder entstehen erst beim Wechselrichter, und den platzieren wir im Keller oder Technikraum. Anders sieht es bei Mikrowechselrichtern oder Systemen wie SolarEdge aus: Dort sitzt Elektronik direkt auf dem Dach, und die Kommunikation zu den Optimierern läuft über die Leitungen (Powerline). Wer beim Thema empfindlich ist, wählt also bewusst einen String-Wechselrichter ohne Optimierer – wir planen das gerne entsprechend.

«Und wenn es hagelt?»

Solarmodule sind auf Schweizer Wetter ausgelegt: Übliche Module erfüllen mindestens Hagelschutzklasse 3 – geprüft nach EN-Norm, nachlesbar auf dem Moduldatenblatt. Geht trotzdem einmal etwas kaputt, ist das ein Elementarschaden und über die Gebäudeversicherung gedeckt. Ein Praxistipp aus unserer Beratung: Wir empfehlen häufig, ein zusätzliches baugleiches Modul mit Mikrowechselrichter als Balkonmodul zu betreiben – es produziert vom ersten Tag an Strom und dient gleichzeitig als Ersatzteillager, falls in zwanzig Jahren einmal ein Modul ersetzt werden muss, das es so nicht mehr zu kaufen gibt. Mehr dazu in unserer FAQ unter «Schäden, Versicherung und Garantie».

«Mir gefällt die Optik nicht.»

Dann lohnt sich zuerst ein Blick auf voll-schwarze, rechteckige Module: Sauber im Raster verlegt wirken sie ruhig und aufgeräumt – zu einem deutlich kleineren Preis als eine Indach-Lösung. Wenn es noch dezenter sein soll, gibt es Indach oder Schweizer Solarziegel – zum Beispiel unser Projekt in Biel, bei dem man die Anlage kaum sieht. Schönheit und Ertrag schliessen sich nicht aus.

«Die Einspeisevergütung sinkt doch ständig.»

Ja – und genau darum planen wir auf Eigenverbrauch statt auf Einspeisung: Der Wert deiner Anlage entsteht beim Strom, den du selber brauchst, nicht bei dem, den du verkaufst. In dieselbe Richtung zielt übrigens die neue 70-Prozent-Regel: Seit 2026 dürfen neue Anlagen nur noch 70 Prozent ihrer Modulleistung ins Netz einspeisen. Abgeregelt wird dabei nur die Mittagsspitze an wolkenlosen Tagen – das kostet höchstens rund 3 Prozent der Jahresproduktion. Beide Entwicklungen sagen dasselbe: Eigenverbrauch ist Trumpf.

«Nehmen wir dafür das Ersparte – oder die Hypothek?»

Rechne beide Varianten. Eine Hypothekenerhöhung kostet aktuell rund 2 Prozent Zins. Der globale Aktienmarkt (etwa ein MSCI-World-Fonds) hat im langjährigen Durchschnitt deutlich mehr gebracht – historisch in der Grössenordnung von 7 bis 10 Prozent pro Jahr, ohne Garantie für die Zukunft. Für viele ist es darum sinnvoller, das Ersparte investiert zu lassen und die Anlage über die Hypothek zu finanzieren. Das ist keine Anlageberatung – aber eine Rechnung, die du deiner Bank vorlegen kannst.

Was nicht in der Renditerechnung steht

Dachfläche ist ein knappes Gut der Energiewende. Jedes gut belegte Dach ersetzt Strom, der sonst importiert oder fossil produziert wird – und mit vZEV und LEG kannst du deinen Überschuss sogar an die Nachbarschaft verkaufen. Eine Solaranlage ist eine der wenigen Investitionen, die sich rechnet und gleichzeitig etwas beiträgt.

Der einfachste nächste Schritt

Rechne dein Dach in wenigen Minuten selber durch – mit unserem Solarrechner. Oder stell uns deine kritischste Frage direkt: Wir beraten dich persönlich – und sagen dir auch, wenn sich etwas bei dir nicht lohnt.

Du erkennst dich wieder?

Eine kurze Erstabklärung kostet nichts und gibt dir Klarheit, ob ein ZEV-Umbau für dich Sinn ergibt.

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