Wissenswert

vZEV – der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch

Seit 1.1.2025 dürfen Liegenschaften am gleichen Anschlusspunkt oder an derselben Verteilkabine ihren Solarstrom virtuell teilen. Ohne bauliche Eingriffe, ohne private Zähler, ohne Netznutzungsabgabe auf intern verteiltem PV-Strom. So funktioniert’s.

Was ist ein vZEV?

Der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) ist seit 1.1.2025 möglich (Art. 14 Abs. 3 EnV). Mehrere Liegenschaften am gleichen Anschlusspunkt oder an derselben Verteilkabine bilden eine virtuelle Gemeinschaft. Die VNB-Smart-Meter werden virtuell summiert – keine privaten Zähler nötig.

Im Gegensatz zum klassischen ZEV (seit 2018) braucht es beim vZEV keine baulichen Eingriffe. Die Bilanzierung passiert auf Daten-Ebene durch den Verteilnetzbetreiber (z.B. BKW, ESB) basierend auf den SDAT-CH-Lastgangdaten.

Das macht vZEV für Bestandsbauten zur Standardlösung. Wer mehrere Wohnungen im gleichen Haus oder mehrere Gebäude am gleichen Verteilkasten hat, kann ohne Umbauten den Solarstrom intern verteilen.

Voraussetzungen

Was es braucht für ein vZEV

  • 1
    Topologie: Alle Liegenschaften am gleichen Anschlusspunkt oder gleicher Verteilkabine im Niederspannungsnetz (< 1 kV)
  • 2
    Topologie-Bestätigung durch VNB innert 14 Tagen (BKW-vZEV-Portal)
  • 3
    Produktionsleistung ≥ 10 % der virtuell aggregierten Anschlussleistung
  • 4
    Smart Meter an jedem Messpunkt (bei BKW und ESB heute Standard)
  • 5
    Zustimmung der teilnehmenden Parteien (Beitritt freiwillig pro Teilnehmer)
  • 6
    Bestehende ZEV im Perimeter müssen aufgelöst werden
  • 7
    Anmeldefrist 3 Monate vor Inbetriebnahme – am besten gleichzeitig mit dem TAG einreichen
Wirtschaftlichkeit

Warum vZEV in fast allen Fällen das wirtschaftlich beste Modell ist

0 % Netznutzung intern

Das vZEV gilt gegenüber dem VNB als ein einziger Endkunde. Der intern verteilte PV-Strom wird nicht mit Netznutzungsabgaben belastet – Ersparnis ca. 9 Rp/kWh gegenüber Direktbezug.

Keine baulichen Eingriffe

Die VNB-Smart-Meter werden virtuell summiert. Keine Verteilumbauten, keine privaten Zähler, kein zusätzliches Material.

Freie Anbieterwahl

Du wählst den Abrechnungsdienstleister: PVshare, SEL, smart-me oder Solarmaa. Keine Bindung an den VNB.

Konkretes Beispiel: 4er-MFH im ESB-Gebiet mit 10 kWp PV und 8’000 kWh PV-Eigenverbrauch. vZEV-Variante kostet rund 450 CHF/Jahr laufend. Praxismodell-Variante (z.B. Inter-PV beim ESB) kostet rund 864 CHF/Jahr. Differenz: ~400–700 CHF pro Jahr zugunsten vZEV, über 20 Jahre Anlagendauer ca. 6’000–10’000 CHF.

vZEV für deine Liegenschaft prüfen

Wir prüfen die Topologie beim VNB, melden den vZEV an, richten den SDAT-CH-Datenfluss ein und übernehmen auf Wunsch die Quartalsabrechnung gegenüber deinen Mietern.