ZEV — der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch
Wichtig: Alle Verbraucher sind hinter demselben Netzanschluss, typischerweise in einem Mehrfamilienhaus. Die Teilnehmer am ZEV bilden eine einfache Gesellschaft. Diese Gesellschaft teilt sich einen Stromzähler vom Energieversorger. Unter den einzelnen Teilnehmern wird der Strom intern abgerechnet.
Wenn diese Abrechnung kompliziert ist, kommen Tools wie smart-me zum Einsatz — sie messen automatisiert und erstellen die individuellen Rechnungen.
vZEV — der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch
Der vZEV erlaubt Eigenverbrauch durch das Netzkabel des Energieversorgers, aber innerhalb derselben Knotenpunkte. Ob das mit dem Wunschnachbarn möglich ist, muss zuerst abgeklärt werden — die Netztopologie ist häufig aus Nutzerperspektive unlogisch aufgebaut.
Oft sind direkt zusammengebaute Gebäude aus unterschiedlichen Richtungen erschlossen. Aus der Netzplaner-Perspektive mit historischem Kontext macht das in der Regel auch Sinn. Für uns führt es aber dazu, dass in jedem Fall abgeklärt werden muss, ob ein vZEV möglich ist. Falls nicht, sollte die LEG möglich sein. Auch hier kann smart-me als Abrechnungstool zum Einsatz kommen.
LEG — die lokale Energie-Gemeinschaft
Bei der LEG wird der Strom auch über die Knotenpunkte hinaus verkauft. Das ist nicht gleich lukrativ wie den Strom selber zu verbrauchen: Durch die Nutzung des EW-Netzes fallen dort gewisse Gebühren an. Der erzielte Wert für Solarstrom ist aber noch deutlich höher als die Rückspeisung und der Verkauf ans EW direkt.
Auch hier kann mit smart-me gearbeitet werden, um die Abrechnung zu erstellen.
Was heisst das für die Planung?
In den letzten Jahren wurden Photovoltaikanlagen nur noch für den Eigenverbrauch dimensioniert. Wenn jemand also beispielsweise 10’000 kWh Strom im Jahr bezogen hat, wurde typischerweise eine Anlage zur Produktion von 8’000 bis 12’000 kWh geplant — je nach individueller Vorliebe und Situation. Neu ist das anders.
Dächer sind ein knappes Gut zur Energiewende
Deshalb ist die Ausnutzung volkswirtschaftlich sinnvoll. Mit der Möglichkeit, den Strom lokal an die Nachbarn weiterzugeben, wird die Ausnutzung auch finanziell sinnvoll. Aus dem Solarstrom wird wieder mehr Ertrag generiert. Damit wird die bestmögliche Flächenausnutzung nicht mehr nur ökologisch, sondern auch finanziell sinnvoll.
In den letzten Jahren wurden Photovoltaikanlagen zurückhaltend dimensioniert und vor allem auf den Eigenverbrauch ausgerichtet. Solche Dächer mit nur teilweise belegten Modulflächen waren lange Zeit nicht mehr wirtschaftlich.
Wie läuft das konkret ab?
Die Photovoltaikanlage wird gebaut. Im Haus wird ein ZEV gebildet, um den Strom zu verteilen. Der ZEV wird automatisiert von der smart-me-Plattform abgerechnet, jeder Teilnehmer bekommt eine Rechnung per Mail.
Die Verwaltung und ein Inkasso muss jemand machen: Das kann ein spezialisiertes Büro, ein Freiwilliger oder der Eigentümer selber sein.
Überschuss geht jetzt ins Netz zurück und wird, bei einem vZEV oder LEG, als 2. Priorität an diese Teilnehmer verkauft. Hier fallen, wegen der Nutzung des Stromnetzes, auch gewisse Netzgebühren an. Diese sind aber weniger als bei normalem Netzbezug. Für den Solarstrom-Produzenten gibt das mehr Ertrag und für den Konsumenten günstigere Kosten. Auch diese Abrechnung erfolgt automatisch.
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Anhang: Die Begriffe kurz erklärt
ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch)
Alle Bewohner eines Gebäudes treten als ein Kunde gegenüber dem Netzbetreiber auf. Intern wird selber abgerechnet — idealerweise automatisiert via Plattform wie smart-me. Voraussetzung: gleicher Netzanschluss.
vZEV (virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch)
Wie ein ZEV, aber Gebäude verschiedener Eigentümer können sich zusammenschliessen — vorausgesetzt, sie hängen am gleichen Netzknoten. Der Strom fliesst über das öffentliche Netz, gilt aber als Eigenverbrauch. Verfügbar in der Schweiz seit dem neuen Stromgesetz 2026.
LEG (Lokale Energie-Gemeinschaft)
Geht einen Schritt weiter als der vZEV: Strom wird auch über Knotenpunkte hinaus an Teilnehmer im näheren Umfeld verkauft. Es fallen reduzierte Netznutzungs-Gebühren an. Verfügbar mit Stromgesetz 2026.
Smart-me
Schweizer Plattform für automatisierte Strom-Abrechnung in ZEV, vZEV und LEG. Misst Energieflüsse und erstellt monatliche oder jährliche Rechnungen pro Teilnehmer. Wir setzen sie regelmässig in unseren Projekten ein.
Knotenpunkt im Stromnetz
Eine technische Stelle im Verteilnetz, an der mehrere Hausanschlüsse zusammenlaufen. Welche Gebäude an welchem Knotenpunkt hängen, ist historisch gewachsen — entscheidend für die Frage, ob ein vZEV überhaupt möglich ist.
Häufige Fragen zu ZEV, vZEV und LEG
Was ist der Unterschied zwischen ZEV, vZEV und LEG?
ZEV: alle hinter dem gleichen Netzanschluss (klassisch ein Mehrfamilienhaus). vZEV: verschiedene Gebäude am gleichen Netzknoten. LEG: noch weiter — über Knotenpunkte hinaus, mit reduzierten Netzgebühren.
Wann ist ein vZEV möglich?
Wenn dein Wunsch-Nachbar am gleichen Netzknoten hängt. Das hängt nicht von der Distanz oder Sichtbarkeit der Gebäude ab, sondern von der historisch gewachsenen Netztopologie. Wir klären das beim Netzbetreiber ab — das ist der erste Schritt jeder vZEV-Planung.
Wie viel mehr Ertrag bringt eine LEG?
Statt 5–8 Rappen pro kWh aus der Rückspeisung kannst du in einer LEG typischerweise 12–18 Rappen pro kWh erzielen — abhängig vom Netznutzungs-Tarif und vom Preis, den du mit den LEG-Teilnehmern aushandelst. Das ergibt über die Anlagen-Lebensdauer mehrere tausend Franken Mehrertrag pro 10 kWp.
Wer macht die Abrechnung?
Mit smart-me läuft die Abrechnung weitgehend automatisch. Verwaltung und Inkasso muss aber jemand übernehmen — entweder ein:e Freiwillige:r aus der Gemeinschaft, der/die Eigentümer:in, oder ein externes Büro. Den Aufwand schätzen die meisten am Anfang über.
Heisst das, ich sollte meine Anlage grösser bauen als bisher?
Ja, in vielen Fällen schon. Solange dein Dach es hergibt: lieber gross dimensionieren und den Überschuss über vZEV/LEG verkaufen, als das Dach nur halb auszunutzen. Wir rechnen das für dein konkretes Projekt durch.
Funktioniert das alles auch ohne smart-me?
Theoretisch ja, praktisch wird's schnell aufwändig. Wer ZEV-Abrechnung manuell macht, verbringt viele Abende mit Excel — und es gibt am Ende oft Diskussionen über Zahlen. Wir empfehlen smart-me oder eine vergleichbare Plattform fast immer.
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