Module sind nicht alle gleich
Auf den ersten Blick sehen Solarmodule alle ähnlich aus: schwarze oder dunkelblaue Glasplatten, etwa zwei Meter mal einen Meter gross. Aber unter der Glasoberfläche entscheiden sich Ertrag, Lebensdauer, Ästhetik und ethische Bilanz — oft im einstelligen Prozentbereich. Wer beim Modul am falschen Ende spart, zahlt das über 25–30 Jahre Anlagenlaufzeit zurück.
Wir bei Solarmaa setzen aktuell vor allem auf zwei Hersteller: SoliTek und Aiko. Hier warum.
SoliTek — echte europäische Produktion
SoliTek ist einer der wenigen Modulhersteller, die ihre Module tatsächlich in Europa fertigen — in Litauen und Italien. Das ist wichtig, weil viele Hersteller mit schweizerisch oder europäisch klingenden Markennamen reine Vertriebsfirmen sind, die in Asien produzieren lassen (siehe auch unser Artikel zum Vergleichen von Solar-Offerten).
Was uns an SoliTek überzeugt:
- Tatsächliche europäische Wertschöpfung — nicht nur Marketing-Anspruch
- Kürzere Lieferketten bei Garantiefällen oder Nachlieferungen
- EU-Sozial- und Umweltstandards in der gesamten Produktion
- Solide Glas-Glas-Module mit langen Garantien und robuster Bauweise
Wir kommunizieren das gegenüber unseren Kund:innen offen — weil eine ehrliche Lieferkette uns wichtig ist. Wer Wert auf europäische Produktion legt, bei dem ist SoliTek meist die erste Wahl.
Aiko — Rückseiten-Verdrahtung mit ESG-Award
Aiko ist ursprünglich ein Zellhersteller, der seit kurzem auch selber Module baut. Speziell an seinen Modulen: Die Verdrahtung erfolgt über die Rückseite. Dadurch hat das Modul mehr aktive Oberfläche — mehr Licht zum Arbeiten. Die Leiterbahnen haben auch viel weniger Abstand zueinander, womit Verschattungen weniger schlimm sind: Wenn ein Kamin oder ein Baum Schatten wirft, verliert das Modul weniger Leistung.
Aiko hat den ESG Sustainability and Transparency Award 2023 gewonnen — das ist mehr als ein Marketing-Label. Es bedeutet, dass eine unabhängige Stelle die ganze Lieferkette und die Produktionsbedingungen geprüft hat. Genau deshalb haben wir Aiko ins Portfolio aufgenommen — als technisch starke Ergänzung zu SoliTek, vor allem wenn Verschattung im Spiel ist oder eine besonders dezente Optik gefragt ist.
Was ist mit Meyer Burger?
Meyer Burger war jahrelang der Schweizer Hoffnungsträger der europäischen Solarbranche — mit modernen Heterojunction-Modulen und einer Rückkehr zur europäischen Wertschöpfungskette. Wir haben Meyer Burger früher gerne empfohlen.
Die Insolvenz Anfang 2026 hat uns alle überrascht — und auch ein Stück weit ernüchtert. Was es zeigt: Eine 25-Jahres-Garantie ist nur so viel wert wie der Hersteller, der dahintersteht. Selbst etablierte Marken können vom Markt verschwinden. Bestehende Meyer-Burger-Anlagen funktionieren technisch zwar weiter, aber im Garantiefall steht der Eigentümer im Regen.
Genau deshalb gewichten wir bei der Modulwahl heute die wirtschaftliche Stabilität und Diversifikation des Herstellers stärker. Mehr dazu im Artikel über Garantien beim Offerten-Vergleich.
Wie wir Module vergleichen
Worauf muss man achten, wenn man verschiedene Module vergleicht? Es gibt nicht das eine «beste» Modul — nur das, das am besten zu deinem Projekt passt. Diese Kriterien gehen wir bei jeder Auswahl durch:
- Leistung pro m²: Wieviel Watt liefert das Modul auf welcher Fläche?
- Temperaturkoeffizient: Wie viel Leistung verliert das Modul, wenn's heiss wird?
- Schwachlicht-Verhalten: Was kommt bei Bewölkung oder Morgensonne?
- Verschattungs-Toleranz: Wie schlimm sind teilweise Schatten?
- Ästhetik: All-Black? Indach-tauglich? Verschiedene Farben verfügbar?
- Lieferkette: Wo wird das Polysilizium produziert? Wo die Zellen? Wo das Modul laminiert?
- Garantie: Produkt- vs. Leistungsgarantie. Wie lange? Was ist gedeckt?
- Wirtschaftliche Stabilität des Herstellers: Wie lange ist die Firma am Markt? Diversifiziert oder rein Solar? Wie gross ist das Produktionsvolumen?
- Lokaler Support: Hat der Hersteller eine Schweiz-Präsenz? Wer kommt, wenn was kaputt ist?
- Preis pro Wp: Erst dann — weil alle anderen Faktoren über 30 Jahre teurer sind als ein paar Franken Preisdifferenz.
Unser Tipp: Punkte vergeben
Wir empfehlen, die wichtigsten Kriterien aufzuschreiben und Punkte zu vergeben. Damit kommst du zu einem objektiven Entscheid, welches Produkt sich für deine individuellen Bedürfnisse eignet — statt dich vom Marketing-Material des Günstigsten erschlagen zu lassen. Selbstverständlich stehen wir dir dabei zur Seite.
Was wir dir empfehlen
Wenn du Wert auf echte europäische Wertschöpfung und eine robuste Glas-Glas-Bauweise legst: SoliTek.
Wenn du auf eine optisch dezente Anlage setzt, viel Verschattung im Spiel ist und du eine ESG-zertifizierte Lieferkette willst: Aiko.
Beide kosten ein paar Franken mehr als das günstigste verfügbare Modul am Markt. Auf eine 10–kWp-Anlage gerechnet sind das typisch 500–800 CHF Aufpreis — das ist 1–3 % der Gesamtinvestition. Über die 30 Jahre Anlagenlaufzeit zahlt sich das vielfach zurück — in Ertrag, Wartungsfreiheit, ehrlicher Bilanz und vor allem: in einem Hersteller, der in 20 Jahren noch existiert und seine Garantie einlösen kann.
Du planst eine Anlage und willst Klarheit?
Wir gehen die Modulwahl mit dir konkret durch — mit deinen Daten, deinem Dach, deinen Prioritäten. Keine Marketingfolien, sondern eine Punkte-Tabelle.
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Anhang: Die wichtigsten Begriffe
Heterojunction (HJT)
Eine Modul-Technologie, die zwei Solarzellen-Schichten kombiniert: kristallines Silizium plus eine dünne Schicht amorphes Silizium. Ergebnis: höherer Wirkungsgrad und besseres Verhalten bei Hitze. Bei Meyer Burger Pioniertechnologie — das Verfahren existiert weiterhin und wird auch von anderen Herstellern eingesetzt.
Rückseiten-Verdrahtung (Back-Contact)
Modul-Bauweise, bei der die Leiterbahnen auf die Rückseite verlegt sind. Vorteile: mehr aktive Oberfläche, weniger Verschattungs-Verluste, sauberere Optik. Aiko-Module nutzen diese Technologie.
Glas-Glas-Modul
Modul-Bauweise mit Glas auf Vorder- und Rückseite (statt Rückseiten-Folie). Robuster, längere Lebensdauer, oft längere Garantien. SoliTek setzt auf Glas-Glas.
Polysilizium
Der Grundstoff für Solarzellen — hochreines Silizium. Wo es produziert wird, ist eine ethische Frage (siehe unser Artikel zu Lieferketten in der Solarbranche).
ESG-Zertifizierung
Prüfung der ökologischen, sozialen und Governance-Standards eines Unternehmens durch unabhängige Stellen. Aiko hat den ESG Sustainability and Transparency Award 2023 gewonnen.
Wp / kWp
Watt-Peak und Kilowatt-Peak — die Nennleistung eines Moduls bzw. einer Anlage unter Standardbedingungen. 1 kWp produziert im Seeland ca. 950–1'050 kWh pro Jahr.
Häufige Fragen zur Modulwahl
Sind teurere Module immer besser?
Nein. Aber sie sind oft besser dort, wo es zählt: Lieferketten-Transparenz, Garantie-Bedingungen, lokaler Support, Wirkungsgrad bei Hitze.
Lohnt sich der Mehrpreis für europäische Module?
Wenn du die Anlage eh 25–30 Jahre betreibst: ja, oft schon. Pro 10–kWp-Anlage zahlst du 500–800 CHF mehr — 1–3 % der Gesamtinvestition. Dafür hast du eine nachvollziehbare Lieferkette und in der Regel auch einen Hersteller, der wirtschaftlich stabil aufgestellt ist.
Was ist ein All-Black-Modul?
Ein Modul mit komplett schwarzer Rückseite, schwarzem Rahmen und schwarzen Zell-Verbindern. Optisch dezenter als die typischen blau-schimmernden Module — vor allem auf modernen Häusern oder Indach-Anlagen ein klares Plus.
Bekomme ich beim Solarmaa immer das gleiche Modul?
Nein. Wir wählen pro Projekt aus — abhängig von Dachgrösse, Ästhetik-Wünschen, Verschattung und Budget. Manchmal ist SoliTek das richtige, manchmal Aiko, manchmal etwas anderes.
Was war eigentlich los mit Meyer Burger?
Meyer Burger war jahrelang die Hoffnung der europäischen Solarbranche. Trotz starker Heterojunction-Technologie und Rückkehr zur europäischen Produktion wurde das Unternehmen 2026 zahlungsunfähig. Das zeigt: Selbst etablierte Hersteller können vom Markt verschwinden — weshalb wir bei der Modulwahl heute die wirtschaftliche Stabilität stärker gewichten.
Sind Glas-Glas-Module immer besser als Glas-Folie?
In der Regel ja. Glas-Glas ist robuster, hat oft längere Garantien und hält mehr Witterung aus. Dafür ist es schwerer und etwas teurer. Bei Standard-Eigenheim-Anwendungen ist der Aufpreis aber meist gerechtfertigt.
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