Tipp: Druck die Liste aus oder lade sie als PDF herunter und arbeite jede Offerte einzeln durch.
1. Anlagedimensionierung
- Verbrauchsanalyse: Basiert die Auslegung auf deinem tatsächlichen Stromverbrauch der letzten 12 Monate?
- Eigenverbrauchsquote: Ist die geplante Anlage auf einen hohen Eigenverbrauch ausgelegt (Wärmepumpe, E-Auto, Boiler einbezogen)?
- Zukunftsplanung: Wurden geplante Anschaffungen berücksichtigt (E-Auto in 2 Jahren, Wärmepumpe-Umstellung)?
- Dachausnutzung: Wird die Dachfläche sinnvoll genutzt — nicht zu klein, aber auch nicht überdimensioniert?
2. Belegungsplan und Module
- Massstäblicher Belegungsplan: Liegt der Offerte ein konkreter Plan mit Massstab bei?
- Realistische Modulanzahl: Passen die Module geometrisch sauber aufs Dach (saubere Reihen, ordentliche Randabstände)?
- Plausible Dachmasse: Stimmen die zugrundeliegenden Dachmasse mit deinem Hausplan überein?
- Quervergleich: Bringt ein Anbieter deutlich mehr Module unter als die anderen? Frage gezielt nach.
- Modulausrichtung: Hoch- oder Querformat — passt das zur Dachgeometrie?
- Verschattung: Wurden Schornsteine, Bäume oder Nachbargebäude in der Planung berücksichtigt?
3. Module: Hersteller und Qualität
- Produktionsstandort: Wo werden die Module tatsächlich hergestellt — nicht nur, wo sitzt die Firma?
- Hersteller-Stabilität: Wie lange ist der Hersteller schon am Markt (mindestens 10 Jahre wünschenswert)?
- Diversifikation: Lebt die Firma ausschliesslich vom Solargeschäft oder ist sie breiter aufgestellt?
- Modulaufbau: Glas-Glas oder Glas-Folie? Glas-Glas ist robuster und hat oft bessere Garantien.
- Wirkungsgrad und Leistung: Sind Wp pro Modul und Modulwirkungsgrad angegeben?
- Felddaten: Gibt es Erfahrungswerte aus 10–20 Jahren bestehender Installationen?
Mehr dazu in unserem Artikel zur Modulwahl mit SoliTek und Aiko.
4. Wechselrichter
- Hersteller: Etablierte Marken wie Fronius, SMA, Sungrow, Huawei, Sigenergy?
- Auslegung: Ist der Wechselrichter zur Modulleistung passend dimensioniert (nicht überlastet, nicht überdimensioniert)?
- Notstromfunktion: Ist eine Notstromversorgung möglich oder vorgesehen?
- Monitoring: Gibt es eine App oder ein Online-Portal zur Anlagenüberwachung?
- Garantie: Wie lange ist die Wechselrichter-Garantie (Standard: 5–10 Jahre, oft erweiterbar)?
Mehr dazu in unserem Artikel zum Wechselrichter als Herzstück der Solaranlage.
5. Speicher (falls geplant)
- Kapazität: Passt die Speichergrösse zu deinem Verbrauchsprofil (Faustregel: 1 kWh pro 1 MWh Jahresverbrauch)?
- Kompatibilität: Ist der Speicher mit dem gewählten Wechselrichter kompatibel?
- DC- oder AC-Kopplung: Welche Variante ist gewählt — und warum?
- Erweiterbarkeit: Lässt sich der Speicher später ausbauen?
- Garantie und Zyklen: Wie viele Ladezyklen sind garantiert (mindestens 6'000 sind üblich)?
- Sicherheit: LFP-Technologie (Lithium-Eisenphosphat) bevorzugen — sicherer als NMC.
6. Garantien — das Kleingedruckte prüfen
- Produktgarantie: Material und Verarbeitung — wie lange?
- Leistungsgarantie: Mindestleistung über die Jahre — realistisch oder Marketing-Trick?
- Was ist gedeckt? Sind zum Beispiel Bypass-Dioden im Anschlusskasten eingeschlossen?
- Schadenfeststellung: Wer trägt die Kosten der Begutachtung im Streitfall?
- Montagebedingungen: Sind die geforderten Installationsvorgaben in der Praxis sauber einzuhalten?
- Abgeltung im Schadenfall: In Geld oder in zusätzlichen Modulen? Module sind wertlos, wenn auf dem Dach kein Platz mehr ist.
- Installateur-Garantie: Gibt der Installateur eine eigene Garantie auf seine Arbeit?
- Versicherung gegen Hersteller-Insolvenz: Wird eine Versicherungslösung angeboten?
Hintergrund: Drei Punkte, die du bei jedem Offerten-Vergleich hinterfragen solltest.
7. Montage und Installation
- Zertifizierter Betrieb: Hat der Installateur eine Solarteur-Ausbildung oder gleichwertige Qualifikation?
- Eigenes Personal: Werden die Arbeiten vom eigenen Team ausgeführt oder an Subunternehmer vergeben?
- Lokale Verankerung: Hat der Betrieb einen Standort in deiner Region (wichtig für Service)?
- Referenzen: Gibt es Referenzanlagen, die du anschauen kannst?
- Statik und Dachhaut: Wurde die Dachstatik geprüft und werden geeignete Befestigungen verwendet?
- Blitz- und Überspannungsschutz: Vorgesehen und im Preis enthalten?
8. Bewilligungen und Anmeldungen
- Baubewilligung: Klärt der Installateur ab, ob eine Bewilligung nötig ist (in den meisten Fällen meldepflichtig)?
- Netzanschlussgesuch: Wird das Anschlussgesuch beim Netzbetreiber erledigt?
- Förderbeitrag (Pronovo): Wird die Anmeldung für die Einmalvergütung übernommen?
- Steuerabzug: Wirst du auf den Steuerabzug bei der kantonalen und Bundessteuer hingewiesen?
- Gebäudeversicherung: Wirst du daran erinnert, die Anlage bei deiner Versicherung zu melden?
9. Wirtschaftlichkeit und Vergütung
- Amortisationsrechnung: Liegt eine nachvollziehbare Berechnung bei (Eigenverbrauch, Einspeisetarif, Stromsparpreis)?
- Realistische Annahmen: Werden plausible Werte für Eigenverbrauchsquote (typisch 30–60 %) und Strompreis verwendet?
- Einspeisevergütung: Ist der lokale Tarif deines Netzbetreibers eingerechnet?
- Eigenverbrauchsoptimierung: Werden Massnahmen wie Lastverschiebung oder Smart-Home-Integration thematisiert?
10. Vertrag, Preis und Zahlung
- Festpreis oder Schätzung: Ist der angebotene Preis verbindlich oder gibt es Vorbehalte?
- Detaillierte Stückliste: Sind alle Komponenten einzeln aufgeführt (Module, Wechselrichter, Speicher, Montagematerial)?
- Zusätzliche Kosten: Sind Gerüst, Elektrokontrolle (NIV), Anschlussgebühr und Mehrwertsteuer eingeschlossen?
- Zahlungsbedingungen: Faire Aufteilung (z.B. Anzahlung, Zwischenzahlung, Schlusszahlung nach Inbetriebnahme)?
- Liefertermin: Gibt es einen verbindlichen oder zumindest realistischen Zeitplan?
- Rücktrittsrecht: Wie sind die Bedingungen, falls du vom Vertrag zurücktreten möchtest?
11. Service nach der Installation
- Inbetriebnahme: Wird eine ausführliche Einweisung in die Anlage und die Monitoring-App angeboten?
- Dokumentation: Bekommst du einen vollständigen Anlageordner (Schemata, Datenblätter, Garantien, Messprotokolle)?
- Wartung: Wird ein Wartungsvertrag oder regelmässige Kontrolle angeboten?
- Erreichbarkeit im Servicefall: Wie schnell ist der Installateur bei einer Störung verfügbar?
- Notfallkontakt: Gibt es eine klare Telefonnummer für Probleme?
12. Bauchgefühl
- Beratungsqualität: Wurden deine Fragen geduldig und verständlich beantwortet?
- Transparenz: Wurden auch Nachteile oder Grenzen offen kommuniziert?
- Vor-Ort-Termin: Hat der Anbieter dein Dach selbst angeschaut — oder nur Satellitenbilder verwendet?
- Druck: Wirst du zur schnellen Unterschrift gedrängt («Aktion läuft heute aus»)? Das ist ein Warnsignal.
- Augenhöhe: Hast du das Gefühl, dass dein Anbieter dich als Partner und nicht nur als Auftrag sieht?
Schlusscheck vor der Unterschrift
- Ich habe mindestens zwei, idealerweise drei Offerten verglichen.
- Ich habe alle Punkte dieser Checkliste abgehakt.
- Ich kenne die genauen Komponenten (Hersteller und Modell von Modulen, Wechselrichter, Speicher).
- Ich habe den Belegungsplan gesehen und für sauber befunden.
- Ich kenne den Endpreis inklusive aller Nebenkosten.
- Ich kenne die Garantiebedingungen und weiss, was nicht gedeckt ist.
- Ich habe ein gutes Bauchgefühl mit dem Installateur.
Wenn du alle Punkte abhaken kannst, hast du eine fundierte Entscheidungsgrundlage.
Du brauchst Unterstützung beim Vergleich?
Wir bei Solarmaa schauen gerne mit dir gemeinsam auf deine Offerten — auch wenn wir selbst kein Angebot abgegeben haben. Eine Zweitmeinung kostet dich nichts ausser einem Gespräch und kann dir Tausende von Franken oder eine schlechte Anlage ersparen.
Region: Biel, Seeland, Grenchen, Jura, Neuchâtel.
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